Die 33 Empfehlungen der Rentenkommission verständlich erklärt
Systematische Aufstellung der Empfehlungen der Regierungskommission „Verlässlicher Generationenvertrag“. Bei allen Punkten unterscheiden wir strikt zwischen bloßen Vorschlägen, politischen Zielsetzungen und bereits geltendem Recht.
Stabilisierung der Haltelinie beim Sicherungsniveau (48 %)
Empfehlung, das Rentenniveau vor Steuern bis mindestens 2031 (bzw. 2035) gesetzlich bei 48 % abzusichern, um eine Entkopplung der Renten von den Löhnen zu verhindern.
Festlegung einer Beitragssatzobergrenze (20 % bzw. 22 %)
Vorschlag, den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bis 2030 nicht über 20 % und bis 2035 nicht über 22 % steigen zu lassen.
Einrichtung eines Kapitalstocks zur Beitragsdämpfung
Aufbau einer kapitalgedeckten Komponente (Generationenkapital) aus Bundesmitteln zur langfristigen Dämpfung künftiger Beitragsanstiege ab den 2030er Jahren.
Anpassung des Ausgleichsfaktors im Nachhaltigkeitsfaktor
Wissenschaftlicher Vorschlag zur Anpassung der Dämpfungsfaktoren bei Eintritt geburtenstarker Jahrgänge in den Ruhestand.
Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in KMU
Vereinfachung von Sozialpartner-Modellen und Ausweitung der Geringverdiener-Förderung im Betriebskrankenkassen- und Firmenumfeld.
Förderung von Opting-Out-Systemen im Betrieb
Empfehlung für automatische Einbezugssysteme bei der betrieblichen Altersvorsorge auf Tarifvertragsebene (mit Widerspruchsrecht).
Weiterentwicklung der Erwerbsminderungsrente
Bereits gesetzlich umgesetzte Verlängerung der Zurechnungszeit bis zum regulären Renteneintrittsalter.
Verbindliche Digitale Rentenübersicht
Bereits gesetzlich verankertes Portal zur trägerübergreifenden Abfrage aller Rentenansprüche (gesetzlich, betrieblich, privat).
Überprüfung des Rechtskreises Ost/West-Angleichung
Gesetzlich vollzogene Vereinheitlichung des Rentenwerts in Ost und West ab dem 1. Juli 2023.
Regelmäßige Begutachtung des Generationenvertrags
Empfehlung zur Installation eines ständigen unabhängigen Sachverständigenrats für Alterssicherungssysteme.
Verlängerung der Gleitzone bei Erwerbsminderung
Erleichterung des Wiedereinstiegs in das Erwerbsleben für Bezieher teilweiser Erwerbsminderungsrenten.
Evaluierung der Altersgrenzen im Handwerk
Vorschlag zur Überprüfung der Pflichtversicherung für selbstständige Handwerker nach 18 Jahren.
Einbeziehung aller nicht anderweitig abgesicherten Selbstständigen
Politische Zielsetzung zur Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung (mit Opt-Out bei Vorsorgenachweis).
Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand
Bereits umgesetzte Abschaffung der Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitigen Altersrenten.
Förderung des Weiterarbeitens über die Regelaltersgrenze hinaus
Zuschläge zur Rente (+0,5 % pro Monat) und Verzicht auf Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung.
Anpassung der Mindestversicherungszeit für Reha-Leistungen
Stärkung des Grundsatzes 'Reha vor Rente' durch vereinfachten Zugang zu medizinischen Leistungen der DRV.
Transparente Berichterstattung über Steuerzuschüsse
Empfehlung zur klaren Abgrenzung beitragsgedeckter Leistungen von versicherungsfremden Leistungen des Bundes.
Weiterentwicklung der Riester-Förderung zu einem Altersvorsorgedepot
Vorschlag für ein kostenarmes, gefördertes Anspardepot ohne strikte Beitragsgarantiepflicht (Reformmodell ab 2027 in Beratung).
Dynamisierung der Förderung für Geringverdiener
Regelmäßige Anpassung der Einkommensgrenzen für die bAV-Geringverdienerförderung nach § 100 EStG.
Stärkung der Mütterrente / Kindererziehungszeiten
Gesetzlich verankerte Anrechnung von bis zu 36 Monaten Kindererziehung pro Kind.
Vereinfachung der Antragsverfahren bei Erwerbsminderung
Bürokratieabbau und digitale Antragstellung für EM-Rentner.
Plausibilisierung von Ausbildungsanrechnungszeiten
Regelung zur Berücksichtigung von Fachschul- und Hochschulzeiten (bis zu 8 Jahre, bewertet als Anrechnungszeit).
Harmonisierung der Rentenwertbestimmungsverordnung
Jährliche Verordnung zur Festsetzung des aktuellen Rentenwerts auf Basis der Nominallohnentwicklung.
Automatisierte Ermittlung des Grundrentenzuschlags
Gesetzlicher Datenabgleich zwischen Rentenversicherung und Finanzbehörden ohne gesonderten Antrag.
Sicherung der Nachhaltigkeitsreserve
Gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben in der Rentenversicherung.
Erweiterung der Reha-Leistungen für pflegende Angehörige
Verbesserte Rentenpunkt-Gutschriften bei häuslicher Pflege ab Pflegegrad 2.
Reform der versicherungsfremden Leistungen
Forderung nach vollständiger Erstattung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben durch den Bundeshaushalt.
Vereinfachung des Versorgungsausgleichs bei Scheidung
Direkte Übertragung von Entgeltpunkten auf das Rentenkonto des ausgleichsberechtigten Ehegatten.
Verstärkte Prävention im betrieblichen Gesundheitsmanagement
Kopplung von Präventionsmaßnahmen an DRV-Reha-Angebote zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit.
Schutz von Erwerbsminderungsrentnern vor Armut
Gesetzlicher Zuschlag für Bestands-EM-Rentner mit Renteneintritt zwischen 2001 und 2018.
Verbesserung der Renteninformationen bezüglich Inflation
Ausweis von kaufkraftbereinigten Hochrechnungen in der jährlichen DRV-Renteninformation.
Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit im Ruhestand
Anrechnungsfreie Aufwandsentschädigungen für Rentner bei ehrenamtlichem Engagement.
Regelmäßige Vorlegung eines Sozialberichts der Bundesregierung
Gesetzliche Pflicht zur vierjährigen Vorlage des Berichts über die Lage der Alterssicherung.
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